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Die Karte von Piri Reis

Die Karte des Piri Reis - Eine Satellitenaufnahme aus der Steinzeit?

Ein Report von Walter Hain


Auf der Suche nach Spuren von prähistorischen Astronauten, stolperten schon 1962 die beiden Franzosen Louis Pauwels und Jacques Bergier, über "einen Packen Landkarten" - wie sie meinten -, der "in der Mitte des 19. Jahrhunderts", ein türkischer Admiral zur See, names Piri Reis, der Library of Congress zum Geschenk machte. Diese Landkarten erregten in der Folge so großes Aufsehen, dass auch Robert Charroux, ein amerikanischer Kartograph namens Prof. Charles H. Hapgood, einige andere Karthographen der US Air Force, und natürlich auch der Götterforscher Erich von Däniken diese eingehend untersuchten und darüber euphorisch berichteten. Noch heute kursiert die Meinung in den einschlägigen Kreisen, dass es sich zumindest bei einer bestimmten Karte, wohl nur um die äußerst präzise Nachbildung einer Satellitenaufnahme handeln kann. Die Aufnahme soll vor 11.000 Jahren gemacht worden sein, denn sie zeige die Antarktis, als diese noch mit dem südamerikanischen Kontinent verbunden war. Danach soll die Aufnahme karthographisch erfasst und mehrmals kopiert worden sein, bis sie in die Hände des türkischen Admirals zur See geriet.




Bild: Die Piri-Reis-Karte von 1513.

Erich von Däniken schrieb dazu 1968: "Zu Beginn des 18. Jahrhunderts (Pauwels und Bergier schrieben ´in der Mitte des 19. Jahrhundert´, Anm.d.Verf., siehe oben) fand man im Topkapu-Palast (richtig wäre Topkapi-Palast, Anm.d.Verf.) in Istanbul alte Landkarten, die einem Offizier der türkischen Marine, Kapitän Piri Reis, gehört hatten. Dieses ganze Kartenpaket wurde dem amerikanischen Kartographen Arlington H. Mallerey zur Untersuchung übergeben. Mallerey machte die merkwürdige Feststellung, dass zwar alle Angaben vorhanden, nicht aber an der richtigen Stelle eingezeichnet waren. Hilfe suchend wandte er sich an den Kartographen Walters vom Hydrographischen Amt der US-Marine. Mallerey und Walters konstruierten ein Lesegitter und übertrugen die alten Karten auf einen modernen Globus. Sie machten eine wirklich sensationelle Entdeckung: die Karten waren absolut exakt, und zwar nicht nur was Mittelmeerraum und Totes Meer angingen, es waren ebenso die Küsten von Nord- und Südamerika und sogar die Konturen der Antarktis präzise in Piri Reis´ Karten vermerkt."

Weiters schrieb Erich von Däniken, dass die Karten "nicht nur die Umrisse der Kontinente wiedergeben", sondern sogar "die Topographie im Innern dieser Länder! Gebirgsketten, Berggipfel, Inseln, Flüsse und Hochebenen haarscharf eingezeichnet" sind. Man liest bei Däniken, dass 1957 - im Geophysikalischen Jahr- die Karten vom "Jesuitenpater Lineham, der zugleich Direktor der Sternwarte von Weston ist", untersucht wurden, und auch er "konnte nach genauesten Prüfungen nur bestätigen, dass die Karten von äußerster Genauigkeit sind - selbst in Räumen, die wir heute noch kaum erforscht haben."

Erich von Däniken stellte weiters fest, dass die "Gebirgsketten in der Antarktis" erst 1952 entdeckt wurden, dass Piri Reis "Grönland auf seinen Karten in Form von drei Inseln" darstellt, was mit den neuesten Messungen und Sondierungen übereinstimmt, dass Piri Reis "nie den Mittelmeerraum verlassen hat", jedoch sich dort "einige Inseln" auf seinen Karten befinden, die es nicht mehr gibt, da sie heute "von einer rund 180 Meter hohen Meerwasserschicht überschwemmt sind, und dass diese Tatsache Gewissheit gibt, "dass die Reis´schen Karten mindestens 10.000 Jahre alt sein müssen" und: "unzweifelhaft mit modernen technischen Hilfsmitteln - aus der Luft! - hergestellt worden sein müssen".

Ähnliches berichtete schon 1966 Robert Charroux. Er war der Ansicht, dass diese "alten Karten" im "Juli 1957, im Topkapu-Palast" (Tokapi, Anm.d.Verf.) gefunden wurden, und zwar vom "türkischen Kapitän Piri Re´is". "Mallery, Walters und Lineham", sollen, nach Charroux, der Meinung sein, "dass die Angaben der Karten wenigstens aus der Zeit 5000 v. Chr. stammen".

Ein anderer Forscher, Jochim Pahl, meinte 1971, dass Dänikens Feststellung viel zu weit gehe, doch auch für ihn war die Karte interessant, "denn sie zeigt die kugelförmige Erdoberfläche in Einzelheiten, die zur Zeit ihrer Herstellung, im Jahre 1518, gar nicht bekannt sein konnten". Jochim Pahl kam zu der Meinung, dass "die ursprüngliche Vorlage der Piri-Reis-Karte auf die Zeit um 2650 v. Chr. datieren könnte".

Es gab also bei den einzelnen Autoren unterschiedliche Angaben über die Auffindung und das Alter der Karten des türkischen Seemannes. Erich von Däniken schrieb 1973, dass "zwei Fragmente einer Karte" von Piri Reis im Jahre 1929 "am 9. November" von "B. Halil Eldem, Direktor des Türkischen Nationalmuseums" gefunden wurden - also nicht "zu Beginn des 18. Jahrhunderts" - wie er zuvor 1968 schrieb. Der Kapitän Piri Reis ist bei Däniken inzwischen zum Admiral geworden. Aber diese kleinen Details wären unerheblich, wenn die Karten wirklich ein Wissen vermitteln würden, dass im 15. Jahrhundert absolut unbekannt war.

Ich habe mich daher schon 1978 diesbezüglich um Aufklärung bemüht und über den Topkapi-Palast, in Istanbul, Informationen eingeholt. Dort gibt es ein Museum, in dem die Karten von Piri Reis aufbewahrt werden, und wo sie auch noch heute zu besichtigten sind. Einer der sich eingehend damit beschäftigt hat und der auch ein Buch darüber verfasst hat, ist Prof. Dr. A. Afetinan aus Ankara. Mit ihm hatte ich 1980 korrespondiert und dadurch folgende Fakten ermitteln können: Das so genannte "Kartenpaket" ist in Wirklichkeit nur eine Karte, ein Teil einer einzigen Weltkarte, die in ihrer Gesamtheit bisher nicht gefunden wurde. Piri Reis zeichnete zwar auch noch andere Karten, doch gehören diese nicht zu der Weltkarte und sie sind später entstanden als die fragliche Karte. In seinem Buch "Bahriye" hat dies der türkische Seemann veröffentlicht, wo auch das Datum der vieldiskutierten Karte verzeichnet ist. Es heißt dort: "Diese Karte wurde gezeichnet von Piri Reis Ibn Haji Mehmed, bekannt als der Neffe von Kemal Reis, in Gallipoli, im Monat Muharrem des Jahres 919 (das ist zwischen dem 9. März und dem 7. April des Jahres 1513)."

Im Jahr 1929 wurde der Topkapi-Palast in ein Museum umgebaut. Schon zuvor, im gleichen Jahr, am 9. Januar, fand der damalige Direktor des Nationalmuseums, Halil Ethem Eldem, eine alte Karte, die den Geographen bisher nicht bekannt war. Nachdem die Karte fotografiert und veröffentlicht wurde, erregte sie bald erhebliches Aufsehen, weil sie - nach einer Notiz des Zeichners -, nach einer Amerikakarte von Kolumbus angefertigt worden sein soll - was man damals nicht glauben konnte. Später stellte sich heraus, dass es die von Piri Reis im Jahr 1513 angefertigte Karte war, die auf der rechten Seite die Küsten von Spanien und Afrika, den atlantischen Ozean, und auf der linken Seite merkwürdige Küstengebiete zeigt, die Südamerika darstellen könnten. Das Erstaunliche daran war aber, dass dieser eigenartige Küstenstreifen auf der Karte zuerst senkrecht und dann waagrecht bis zum unteren Rand der Karte auslief.

Schon 1954 bemerkte der Kartograph Arlington H. Mallery (nicht Mallerey wie Däniken schreibt), dass dies der Küstenstreifen der Antarktis sein könnte. Diese war jedoch im Jahr 1513 noch nicht entdeckt und schon gar nicht kartographiert worden. Die Landspitze von Südamerika und die vermeintliche Küste der Antarktis waren auf der Karte mit einer Linie verbunden. Daraus schloss Mallery, dass die Karte vor rund 11.000 Jahren angefertigt worden sein musste, als die beiden Kontinente noch durch eine Landbrücke verbunden waren. Dieser Ansicht schlossen sich der Kartograph Walters und der Jesuitenpater Lineham an - und natürlich auch Charroux und Däniken u.a. Selbst dem Spezialisten, dem "grand old man der Kartographie", wie man ihn nannte, Prof. Charles H. Hapgood, war die Karte ein derartiges Rätsel, dass er sich Hilfe suchend an die US-Air-Force wandte, die die Antarktis inzwischen genauestens kartographiert hatte.

Am 6. Juli 1960 erhielt der Professor ein Schreiben vom Kommandanten Lt. Colonel Z. Ohlmeyer mit folgenden Wortlaut: "Ihrem Wunsch gemäß wurde die außergewöhnliche Piri-Reis-Weltkarte von 1513, von unserer Organisation untersucht. Die Behauptung, dass der untere Teil der Karte die Princess Martha Küste von Queen Maud Land Antarctica, und die Palmer Peninsula zeigt, ist vernünftig. Wir finden, das ist die logischste und aller Wahrscheinlichkeit nach die richtige Interpretation der Karte. Die geographischen Details im unteren Teil der Karte, stimmen bemerkenswert mit den seismologischen Profilen überein, welche die schwedisch-britisch-norwegische Antarktisexpedition von 1949 festgestellt hat. Die Küstenlinie wurde kartographiert bevor sie von Eis bedeckt war. Die Eisdecke in dieser Gegend ist heute etwa eine Meile dick. Wir haben keine Ahnung, wie die Daten auf dieser Karte mit dem geographischen Wissen von 1513 vereinbart werden können."

Nun habe ich mir schon 1978 die Mühe gemacht, dieses so verblüffend erscheinende Ergebnis nachzuprüfen und dabei festgestellt, dass sich bei näherer Betrachtung der Küstengebiete auf der Piri-Reis-Karte und den heutigen Karten keineswegs so exakte Übereinstimmungen ergeben. So ist auf der Karte des türkischen Admirals nicht einmal der Golf von Mexiko eingezeichnet. Am besten ist, man vergleicht die Küstengebiete mit einem modernen Atlas. Dieses Verfahren wandten zwar auch Mallery und Walters an, sie hatten dabei aber erhebliche Schwierigkeiten, die einzelnen Küstengebiete auf einen Nenner zu bringen. Sie konstruierten ein mit Längen- und Breitengraden versehenes Gittersystem, wie das auch auf modernen Landkarten zu sehen ist, und gingen dabei von den schon vor der Entdeckung Amerikas bekannten Küstenteilen von Afrika und Spanien aus, was auch aus der Nummerierung der einzelnen Orte durch Mallery und Walters hervorgeht. Im Buch von Prof. Hapgood ist die Karte von Mallery und Walters abgebildet und man kann die einzelnen Otsangaben genau verfolgen.

Schon die erste Lokalisierung einer Insel (Annobon Insel, Nr. 1), stimmt mit der heutigen Lage nicht überein. Auf dem Koordinatensystem von Mallery und Walters, liegt diese Insel auf 0 Grad Länge und 2 bis 3 Grad südlicher Breite. Tatsächlich liegt diese Insel heute zwar auf 2 bis 3 Grad südlicher Breite, jedoch auf 5 bis 6 Grad östlicher Lange: also eine Abweichnug von 5 bis 6 Grad von den Angaben, die Mallery und Walters machten. Dies setzt sich in der Folge, mehr oder weniger, bei den meisten Ortsangaben fort: wobei die größte Differenz bei etwa 35 Grad liegt (Weddell See, Nr. 79). Nur etwa 20 Prozent aller angeführten Orte sind halbwegs genau wiedergegeben - wobei ich um ein Grad mehr oder weniger nicht streiten möchte. Mallery und Walters haben sich nicht anders zu helfen gewusst, als mehrere Koordinatensysteme einzuzeichnen, da sich verschiedene Örtlichkeiten überhaupt nicht in ein einziges Gittersystem einordnen ließen.

Ich habe mit der - als äußerst exakt befundenen - Küstenlinie der vermeintlichen Antarktis auf der Piri-Reis-Karte begonnen: Zuerst fällt einem auf, dass die südlichste Küstenlinie auf dem Koordinatennetz von Mallery und Walters zwischen 35 und 45 Grad Süd liegt, während sich die heutige Antarktisküste auf 63 bis 78 Grad Süd befindet: was einer Differenz von 28 bis 33 Grad und etwa 3000 Kilometern entspricht. Selbst bei einem Eisvorstoß bis zur Treibeisgrenze im Südwinter (bis auf 30 Grad Süd) oder eines Abdriftens der Antarktis, ist diese Ortsangabe unwahrscheinlich und daher die Piri-Reis-Karte in dieser Gegend absolut nicht exakt. Vielleicht ist vor Millionen von Jahren das Packeis der Antarktis so weit vorgedrungen: vor 11.000 Jahren aber sicher nicht. Man kann also absolut NICHT behaupten, dass der Raum um die Antarktis auf der Piri-Reis-Karte von "unfasslicher Präzision" ist; ein Vergleich anhand einer Zeichnung macht dies am besten deutlich. (siehe Zeichnung)




Bild: Grid B nach Mallery und Walters.

Im linken oberen Teil zeigt die Piri-Reis-Karte eine eigenartige Küstenformation mit einer größeren Insel davor. Die Kartographen Mallery und Walters konnten dies nicht anders deuten, als dass dieser Teil - um den heutigen Küstenlinien halbwegs nahe zu kommen - um 78 3/4 Grad nach links unten zu kippen ist. Dies führte Mallery und Walters dann dazu, die dort befindliche Insel mit der heutigen Insel Kuba zu vergleichen. Die beiden Kartographen zeichneten dazu ein spezielles Gittersystem ein, das sie als "Grid B" bezeichnen. Trotz dieser willkürlichen und gewaltsamen Behandlung der Piri-Reis-Karte, ergeben sich erhebliche Differenzen zu den heutigen Werten. Zum Beispiel erscheint dann "Kuba" eigenartig "aufgequollen" und ist mit der heutigen Insel auf modernen Karten kaum identisch.

Besonders zu beachten ist dabei, dass die beiden Orte Honduras und Yucatan zweimal aufscheinen (Nr. 40,41 und 65,66) - wohl gemerkt, im gleichen Koordinatensystem "Grid B"! Jeweils der gleiche Ort ist auf der Karte - nach Mallery und Walters - in einer Entfernung von 1000 km nochmals eingezeichnet. Was das bedeuten soll werden wohl nur die beiden Kartographen wissen. Weiters sind die Orte "Golf of Venezuela" (36,62) und "Magdalena River" (38,63) ebenfalls recht verwirrend zweimal eingezeichnet. Interessanterweise erscheint auch an der angeblichen Antarktisküste South Georgia (77) im Text zweimal und die Nummern 90 bis 94 fehlen im Text der gesamten Karte überhaupt gänzlich. Ich nehme an, dass die beiden Kartographen mit der doppelten Nummerierung die jeweiligen Orte mit der Piri-Reis-Karte vergleichen wollten. Das zeigt uns aber erst recht die Ungenauigkeiten gegenüber heutigen Karten.

Am 23. März 1978 schrieb ich diesbezüglich an Erich von Däniken und machte ihn auf die Unstimmigkeiten zwischen der Originalkarte des Piri Reis und den Gittersystemen von Mallery und Walters aufmerksam. Am 30. März antwortete er mir darauf folgendermaßen: "Ich weiß nicht was sie mit der Piri-Reis-Karte tun, aber ich weiß mit Sicherheit, dass die Untersuchungen von Mallery, Walters, Lineham sowie auch Hapgood perfekt sind. Es handelt sich um anerkannte, wissenschaftliche Arbeiten."

Am 5. April 1978 schrieb ich ihm erneut und machte ihn dabei konkret auf die Differenzen in den Ortsangaben um "Kuba" aufmerksam. Ich bat ihn auch um entsprechende Adressen der Kartographen, da ich annahm, dass er sich mit jenen in Verbindung gesetzt hat. Am 12. Mai teilte mir darauf Erich von Däniken folgendes mit: "Es ist völlig normal und war für die Kartographen zwingend, bei der Piri-Reis-Karte verschiedene Gittersysteme (Grid) anzuwenden. Die Karte des Piri Reis besteht nicht aus einer einzigen Karte. Es handelt sich um eine Karte, die zusammengesetzt ist aus verschiedenen, anderen und älteren Kartenstücken. Jedes Grid ist für sich selbst richtig unter Berücksichtigung der Erdkrümmung, hingegen lassen sich alle Grids nicht unter ein einheitliches Koordinatennetz unterordnen." Er schreibt dann abschließend: "Eine Adresse von Chilton-Books haben wir nicht..." Im Verlag Chilton-Books ist nämlich das Buch von Hapgood erschienen.

Über die amerikanische Botschaft konnte ich dann doch die Adresse von Chilton-Books ausfindig machen, doch trotz zweimaliger brieflicher Anfrage beim Verlag, konnte ich zuerst keine Antwort und schon gar kein Exemplar des bewussten Buches erhalten. Schon 1969 hat es Gerhard Gadow "reichlich seltsam berührt, dass sich die ´schockierenden Erkenntnisse´ nur in einem schwer zugänglichen, 18 Dollar teuren Veröffentlichung aus den USA niedergeschlagen haben sollten." Inzwischen ist das Buch von Hapgood im New Yorker E.P.Dutton-Verlag 1979 neu erschienen und ich hatte nach einer neuerlich erfolgten Bestellung, endlich 1980 ein Exemplar erhalten.

Für die ersten Untersuchungen, habe ich jedoch in ein Exemplar von Chilton-Books von 1966, in der Papyrus-Sammlung der Wiener Nationalbibliothek, Einsicht nehmen können; doch ich erhielt - nachdem ich am 28. Mai 1978 Erich von Däniken unter anderem erneut auf die Unklarheiten bezüglich der Behandlung der Kartographen der Piri-Reis-Karte aufmerksam machte - am 8. Juni wieder eine Antwort von ihm, die folgendermaßen lautete: "Was Ihre Piri-Reis-Karten-Berechnung angehen, verstehe ich nach wie vor nichts: im Buch von Prof.Dr. Charles Hapgood..., sind im Anhang nicht weniger als 16 Seiten Tabellen, worin alle wesentlichen Punkte der Piri-Reis-Karten vermerkt sind nach Längen- und Breitengraden und verglichen sind mit unserem heutigen Wissen. In einer dritten Sparte sind die Abweichungen von minus oder plus in Graden angegeben. Einige Linien dieser Berechnungen veröffentlichte ich in ´Meine Welt in Bildern."

Tatsächlich findet man im Hapgood-Buch von 1966, dass dem Kapitän Arlington H. Malley gewidmet ist, und dass nach siebenjähriger Untersuchung von Studenten veröffentlicht wurde, am Schluss eine Reihe von Kommentaren einiger Wissenschaftler und Offiziere, unter anderem auch vom Mathematiker Dick Strachan, vom Institut of Technology in Massachusetts, und anschließend die Tabellen der einzelnen Ortsangaben der von Hapgood untersuchten Karten. In der Ausgabe von 1979 findet sich sogar ein Hinweis auf das Buch "The Sirius Mystery" von Robert K.G Temple (siehe dazu meinen Report). Es ist aber so, dass sich Hapgood auch in der Ausgabe von 1979 mit mehreren alten Karten, hauptsächlich aus dem Mittelmeerraum, auseinandersetzt. Was die Tabellen betrifft, so sind die Ortsangaben (1. Annobon Islands bis 94. Antillia) lediglich von Seite 238 bis 240 und ein "Alternative Grid" für die Ostküste von Südamerika auf Seite 256 angeführt, also auf nur 4 Seiten. Die Mappe von Mallery und Walters ist auf den Seiten 32 und 33 abgebildet. Gegenüber der Ausgabe von 1966 finden sich in dieser Mappe geringfügige Änderungen in der Ortstabelle.

Zuerst führt Hapgood auf den genannten Seiten die tatsächlichen Positionen der einzelnen Orte, wie sie Mallery angibt, von 1 bis 95 an; anschließend die angenommene Lage dieser Orte auf der Piri-Reis-Karte und in der dritten Spalte die jeweiligen Fehllerabweichungen. Aus dieser Tabelle von Hapgood ergibt sich nun tatsächlich, dass nur vier Orte, nämlich Nr. 21,24,50 und 60 keine Abweichungen aufweisen. Die Orte Nr. 7,8,9,10,11,15,22, und 30,43,44,45,64 sowie 70 haben Abweichungen bis zu einem Grad und die weiteren Orte bis zu 18,5 Grad (Nr. 77) von der heutigen Position. Von einer absolut exakten Karte kann also auch nach den Angaben von Prof. Hapgood nicht die Rede sein.

Däniken gibt tatächlich in seinem Buch "M.W.i.B.", wie er mir auch schrieb, auf Seite 137 (tb 139), drei Orte mit den jeweiligen Koordinaten und Abweichungen an, doch nicht ganz korrekt, denn im Buch von Hapgood (S. 240), wird die Abweichung des Ortes 62 (Gulf of Venezuela) mit 0,0 und - ohne minus! - 1,5 angegeben. Weiters sieht man an diesen drei von Däniken angegebenen Orten ebenfalls, dass auch bei den Angaben von Hapgood manches nicht stimmen kann. Bei Gibraltar stimmt die Abweichung, jedoch bei den Kanarischen Inseln müsste sie genauer 1,0 S und 2,0 W lauten, denn im Mittel ergibt 13-17 W und 14-20 W eine Abweichung von 2,0; und beim Golf von Venezula müsste die Abweichung genauer 1,0 N und 6,0 W lauten, denn die Differenz von 11-12 N zu 10-11 N ergibt 1,0 und von 71,0 W auf 65,0 W kommt man auf 6,0 W.

Es schien mir damals sehr unwahrscheinlich, dass sich Däniken alles genauer angesehen hat und dass er selbst die Piri-Reis-Karte mit einem modernen Atlas verglichen hat. Er folgte weiterhin unbeirrt seinen vermeintlichen "Beweisen". So schrieb er im April 1980 in der Zeitschrift "Ancient Skies" erneut: "Die Antarktis ist auf der Piri-Reis-Karte mit unverständlicher Präzision eingetragen... Die Abweichungen sind minim, bezüglich der Antarkis gleich null." Der Titel seines Berichts lautete: "Die Piri-Reis-Karte bleibt ein Rätsel." Fast gleichlautend im Titel folgte ein Bericht von ihm im damaligen "Perry-Rhodan-Magazin" Nr. 6/1980.

Im Vorwort des Buches von Hapgood finden wir auch die Aussage, dass die Piri-Reis-Karte von 1513, im Jahre 1929 "wiederentdeckt" wurde, was sich in vielen Publikationen der einschlägigen Literatur wiederfindet. Hapgood schreibt auch nichts von möglichen Satellitenaufnahmen, nach denen die Piri-Reis-Karte angefertigt wurde. Er geht vielmehr von Kontinentalverschiebungen und Entdeckungen der Antarktis aus, die gemacht wurden bevor sie von Eis bedeckt war, und er gibt lediglich einige azimuthale Karten mit dem Mittelpunkt Kairo an, wo die Küstenlinien der Piri-Reis-Karte als Vergleich nicht eingezeichnet sind. Legt man jedoch die Piri-Reis-Karte über eine derartige Karte, dann ergibt sich auch hier absolut keine Übereinstimmung.

Auf Seite 51 zieht Hapgood ebenfalls einen Vergleich mit "Kuba" auf der Piri-Reis-Karte und mit den heutigen Koordinaten dieser Insel. Die heutigen Längen- und Breitengrade gibt er korrekt an, jedoch versucht er die vermeintliche Insel den heutigen Verhältnissen anzupassen, als er eigene Koordinaten festlegt, wonach diese Insel auf der Piri-Reis-Karte, auf 72-83 W und 13-18 N liegt. Dies entgegen den Angaben von Mallery, der "Kuba" auf 82-93 W und 17-23 N (Grid B) verlegt und die heutige Position 74-85 W und 20-23 N ist. Hapgood meint übrigens, dass es sich bei dieser Insel auf der Piri-Reis-Karte nur um die östliche Hälfte von Kuba handeln kann.

Tatsächlich handelt es sich bei dieser merkwürdigen Insel, im oberen linken Teil auf der Piri-Reis-Karte von 1513, mit Sicherheit nicht um Kuba, denn Piri Reis gibt z.B. auf seiner Karte, ganz in der Nähe dieser Insel, eine Bemerkung an, wonach sich dort die sagenhafte St.-Brandan-Insel befinden soll und diese Insel, benannt nach dem seefahrenden irischen Mönch, wird gewöhnlich in den nördlichen Atlantik verlegt. Piri Reis gibt auch die Legende an, wonach St. Brandan irrtümlich auf einem Walfischrücken ein Feuer angezündet hat, da er glaubte es sei eine Insel, und dies hat Piri Reis auch oben auf seiner Karte illustriert.

Weiters gibt Piri Reis die Insel Antillia, weit entfernt von der angeblichen Insel Kuba, an und zeichnet einen Papagei darauf (Nr. 94 auf der Karte von Mallery und Walters). Sollte diese Insel mit den heutigen Antillen identisch sein, dann kann auch aus diesem Grund, die viel weiter im Norden liegende Insel auf der Piri-Reis-Karte nicht Kuba sein.

Im übrigen - und das sei hier ausdrücklich vermerkt - ist die Piri-Reis-Karte keineswegs aus mehreren "Kartenstücken" zusammengesetzt, sondern es handelt sich um EINE einzige Karte. Was Piri Reis wohl wirklich getan hat, ist die Zuhilfenahme anderer älterer Karten zum Zeichnen seiner Karte.

Es hat auch keinen Sinn, wenn man einen Teil der Karte um 78 3/4 Grad (tatsächlich 85 Grad) verdreht und andere Kartenteile aus dem Original herausnimmt, indem man völlig andere Längen- und Breitengrade angibt. Dies verhält sich etwa so, wie wenn man auf einer Karte vom Mittelmeer, Sizilien nach Kreta verlegen würde - nach allen Regeln der Kunst. Piri Reis hat dies sicher nicht beabsichtigt und auch keine Längen- und Breitengrade angegeben. Er hat mit den Mitteln seiner Zeit versucht, aus alten und neueren Erkenntnissen, eine Weltkarte zu zeichnen, und hat dabei auch die Fehler von anderen übernommen.

Ein berühmter Kartograph im 15. Jahrhundert war Toscanelli. Er zeichnete im Jahr 1474 eine Karte, welche die gegenüberliegenden Küsten des atlantischen Ozeans zeigt. Damals jedoch glaubte man, dort drüben - gegenüber Spanien und Afrika - lege Asien und folglich auch Indien und die vorgelagerte Insel Japan. Toscanelli nannte auf seiner Karte diese Insel "Cipango".

Die meisten Kartographen der damaligen Zeit, zeichneten ebenfalls, gegenüber Afrika, die Insel Japan ein. Kolumbus soll auf seiner ersten Fahrt (er fuhr von 1492 bis 1504 insgesamt viermal nach Amerika) die Karte von Toscanelli mitgehabt haben und bekanntlich der Meinung gewesen sein, er segle nach Indien. Auch auf der Toscanelli-Karte ist ja Indien eingezeichnet. Ebenfalls finden wir auf dieser Karte die Insel St. Brendan und die Insel Antilia.


Bild: Ein Ausschnitt der Karte von Toscanelli von 1474.

Vergleicht man nun diese Karte mit der Karte von Piri Reis, dann können wir deutlich erkennen, dass auch der türkische Admiral die Insel Cipango eingezeichnet hat. Ebenfalls mit einigen kleineren imaginären Inseln herum. Auch eine im Jahre 1550 von Sebastian Münster gezeichnete Karte beweist, dass es sich bei der Insel Cipango um Japan handelt, denn auf dieser Karte ist deutlich Kuba und westlich von dem kurz zuvor entdeckten Kontinent, die Insel "Zipangu" eingezeichnet. Erst auf einer späteren Karte aus dem Jahre 1528 zeichnete Piri Reis korrekt die Insel Kuba ein und auf dieser Karte sollen auch einige Küstenlinien von Grönland eingezeichnet sein.



Bild: Ein Ausschnitt der Karte von Sebastian Münster von 1550.

Nach Prof. Hapgood (S. 52) soll auf dem "Behaim Globus", der angefertigt worden ist noch bevor Kolumbus 1493 von seiner ersten Reise zurückkam, und auf einer Karte von 1528 von Bordone, die Insel "Cipango" - genau wie sie Piri Reis zeichnete - eingezeichnet sein. Darin erkennt Hapgood jedoch eindeutig Kuba. Warum nicht Japan?


Auch Prof. Afetinan ist der Meinung, dass Piri Reis die Insel Japan (= Cipango) eingezeichnet hat. Dadurch ist es aber fraglich, ob der türkische Admiral auf seiner Karte von 1513 überhaupt Amerika eingezeichnet hat. Selbst die Küste links auf seiner Karte, die mit Südamerika identifiziert wird, ist ja ebenfalls sehr ungenau eingezeichnet, wie die neben stehende Abbildung zeigt, und es ist ebenso fraglich, ob Piri Reis die Anden, die ja an der Westküste von Südamerika liegen, eingezeichnet hat.



Bild links: Ein Vergleich der heutigen Küstenlinien mit den Küstenlinien auf der Piri-Reis-Karte aus dem Buch von Prof. Afetinan. (Pfeile und Text: W.Hain)

Die Piri-Reis-Karte von 1513 hat jedenfalls - nach Prof. Afetinan - noch andere imaginäre Inseln eingezeichnet. So z.B. die von Mallery mit 93,94 und 95 angegebenen Inseln, die sich in Gebieten befinden, wo heute die Meerestiefe 4000 bis 5000 Meter beträgt. Dort hat es wohl kaum jemals Inseln gegeben.

Neuerdings werden auch andere alte Karten als Abbilder von Satellitenaufnahmen angesehen, wie die Karte des Oronteus Finaeus aus dem Jahr 1531, die Prof. Hapgood ebenfalls untersucht und in seinem Buch abgebildet hat. Die Karte soll die Antarktis zeigen, bevor sie mit Eis bedeckt war, doch sie ist eine Darstellung, wie sie auch andere damalige Karthographen vermuteten und sie entspricht nicht den heutigen Gegebenheiten. Von 58 Orten, die Prof. Hapgood auf dieser Karte untersucht hat, entsprechen nur 6 davon exakt den heutigen Koordinaten, alle anderen weichen bis zu 14 Grad von der heutigen Position ab. Eine von fortgeschrittenen Intelligenzen produzierte Karte, müsste exakt die Küstenlinien zeigen, wie sie heute existieren. Diese haben sich nämlich in den letzen 100.000 Jahren nicht verändert. Die frühen Karthographen haben sich penibel um jedes Detail bemüht, weil jeder besser als der andere sein wollte. Die Ungenauigkeiten zeigen, dass sie keine besseren Informationen hatten - also auch nicht von irgendwelchen Außerirdischen oder von deren Hinterlassenschaften.

Das gleiche gilt für chinesische Karten, die verblüffend genau Flussläufe zeigen, als wären sie aus der Luft aufgenommen. So eine Karte, die des Yü Chi Fu aus dem 12. Jahrhundert n. Chr., präsentiert und untersucht ebenfalls Prof. Hapgood in seinem Buch von 1979. Auch hier entdeckt er Ungenauigkeiten bis zu 3 Grad von den heutigen Gegebenheiten. Die Vermessungstechnik und die Karthographie sind Jahrhunderte - wenn nicht gar Jahrtausende - alte Wissenschaften, die notwendig waren für die Sicherung der Lebengrundlagen der Menschen. Sie mussten also möglichst exakt sein und sie erwecken oft den Eindruck, als wären sie aus der Luft aufgenommen, obwohl das nicht der Fall ist. Leonardo da Vinci z.B. zeichnete im Jahr 1502 eine perfekte "Luftaufnahme" von Imola.

Wir können also abschließend feststellen, dass die vom türkischen Admiral zur See Piri Reis im Jahr 1513 gezeichnete Karte, nicht im geringsten nach irgendeiner Karte von prähistorischen Astronauten oder überhaupt nach Satellitenaufnahmen aus großer Höhe angefertigt wurde, und auch nicht nach tausende Jahre alten Karten. Nimmt man nämlich an, dass die Karte nach Angaben aus der Zeit vor 11.000 Jahren angefertigt wurde, dann müsste wohl auch zwangsläufig die angebliche Insel Atlantis eingezeichnet sein. Da dies nicht der Fall ist, wäre umgekehrt die Piri-Reis-Karte ein Beweis dafür, dass Atlantis nie wirklich existierte. Die Karte ist aber tatsächlich nicht älter als 492 Jahre - von 2005 ausgehend - und sie ist somit kein Beweis für eine prähistorische Superzivilisation oder Besuche von außerirdischen Intelligenzen.

(Textauszug aus meinem Buch IRRWEGE DER GESCHICHTE, Wien 1981, geringfügig überarbeitet und aktualisiert.)
Quellen:

Afetinan, A.: Life and Works of Piri Reis, Ankara 1975.
Däniken, Erich v.: Erinnerungen an die Zukunft, 1. Aufl., Düsseldorf 1968.
Däniken, Erich v.: Aussaat und Kosmos, Düsseldorf 1972.
Dona, Klaus; Habeck, Reinhard: Im Labyrinth des Unerklärlichen, Rottenburg 2004.
Pahl, Jochim: Sternenmenschen sind unter uns, München 1971.
Bergier, Jacques; Pauwels, Luis: Aufbruch ins dritte Jahrtausend, München 1979.
Charroux, Phantastische Vergangenheit, Frankf. a. M. 1972.
Hapgood, Charles: Maps of the ancient sea kings, New York 1966.
(Die hier angeführten Daten entsprechen der Auflage von 1979).
Hausdorf, Hartwig: Krassa. Peter: Satelliten der Götter, München 1995.


Im Internet:

Die Karte von Mallery und Walters:
http://www.world-mysteries.com/sar_1_2.htm

Zu Prof. Afetinan:
http://www.prep.mcneese.edu/engr/engr321/preis/afet/afet0.htm

"Robert Bywater and Jean-Pierre Lacroix published a very interesting hypothesis in Journal of Spatial Science vol 49 (1); 13-23 (2004) They suggest that the islands off North America might actually be Asia. The dream that the Americas might somehow be joined to Asia died hard, and remember, this map predates Magellan by a decade so nobody really knew how wide the Pacific was. As late as 1634, Jean Nicolet sailed into Green Bay expecting to meet the Chinese. It's worth considering."
Zitat von: http://www.uwgb.edu/dutchs/PSEUDOSC/PiriRies.HTM



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THE HOLLOW EARTH

Überlegungen von Peter Zahn und Jophiel Wolfgang Nebrig:
Wir haben über die Entstehung der Erde gelernt, dass sie eine glühende, flüssige Kugel war, die langsam abkühlt. Deshalb wäre die äußere Kruste schon abgekühlt  und hart und das Innere der Kugel noch flüssig. Was aber haben die Wissenschaftler bei dieser Theorie übersehen? Sie haben die Rotation der Erde dabei nicht beachtet. Durch diese Drehbewegung entsteht eine Oberflächengeschwindigkeit am Äquator, die sich wie folgt errechnet:
Der Erdumfang beträgt ca. 40.000 km; eine Umdrehung dauert rund 24 Stunden. Rechnen wir mit diesen Werten, so erhalten wir eine Oberflächengeschwindigkeit am Äquator von rund 1.660 km/h (40.000 km :  24 h  = 1.666,67 km/h  [periodisch/gerundet]). Diese Oberflächengeschwindigkeit und die damit verbundene Fliehkraft ist viel zu groß, als dass diese vernachlässigt werden kann.
Stellen wir uns also theoretisch einen Versuch vor: Wir nehmen einen Globus    von  1 m Durchmesser und füllen diesen mit 20 l angerührtem Gips. Nun bringt man  diesen Globus in eine Drehbewegung die dem Verhältnis zur Erdrotation entspricht. Wir lassen diese Eigendrehbewegung so lange bestehen, bis der Gips im Inneren hart geworden ist. - Was ist passiert? Die Gipsmasse hat sich am inneren Äquator des Globus gesammelt und ist dann in Richtung Pole breitgelaufen. Wenn wir jetzt der formgebenden Globus entfernen, haben wir das Modell eines Planeten, wie er sein müsste; auch unsere Erde müsste so sein. Die äußere Begrenzung (in unserem Versuch die Globushülle) wird durch die eigene Gravitation und die Weltraumkälte geregelt. Nach unseren physikalischen Schulkenntnissen müssten demnach alle Planeten (inkl. unsere Erde) hohl sein!


Creative Commons Lizenzvertrag
Wir werden belogen! von Chris Jacobs und Steve Smith steht unter einer Creative Commons Attribution-NoDerivs 3.0 Unported Lizenz.

HILTON-HOTELS: NEIN ZUM SEXHANDEL MIT KINDERN

Es ist schockierend. Hilton, eine der angesehensten Hotelketten der Welt, macht sich in ihren eigenen Einrichtungen zur Komplizin bei der sexuellen Ausbeutung von Kindern! 

Hotels gehören zu den Schauplätzen, auf denen Kindersklaven durch brutale Zuhälter verkauft werden. Und Hilton hat es bis jetzt noch nicht einmal für nötig befunden, einen Internationalen Verhaltenskodex zu unterzeichnen, der den Hotels vorschreibt, ihr Personal dazu auszubilden, Mädchen und Frauen, die in die Sex-Industrie hineingezwungen worden sind, zu entdecken, zu melden und zu unterstützen. Hiltons Entschluß, zu handeln, würde gewaltige Folgen haben: wenn die Hotelkette den Verhaltenskodex unterzeichnen würde, würde diese Maßnahme ein Netzwerk von Hilton-Angestellten in 77 Ländern und 32 000 Hotels schaffen, welche gegen den Vergewaltigungshandel von Frauen und Kindern vorgehen würden. 

Es gibt keine Zeit zu verlieren bei der Beendigung dieses grauenvollen Handels. Unterzeichnen Sie die Petition an Hilton mit der Aufforderung, den Verhaltenskodex für den Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung in der Reise- und Tourimusbranche umzusetzen! Sobald wir 250 000 Unterschriften erreichen, werden wir Zeitungsanzeigen in Mc Lean, VA, USA veröffentlichen, der Stadt, in welcher der Geschäftsführer Chris Nassetta von Hilton lebt und arbeitet. 


Der ECPAT Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung in der Reise - und Tourismusbranche veranlaßt Hotels dazu, ihre Mitarbeiter darin auszubilden, Opfer des Vergewaltigungshandels und der Minderjährigenprostitution zu erkennen, ihre Gäste über die Gefahren des Sex-Tourismus zu unterrichten, mit den örtlichen Überwachungsbehörden zusammenzuarbeiten und sich für die Opferrechte einzusetzen. Es funktioniert so, daß es eine erste Verteidigungslinie gegen den Sex-Tourismus rund um die Welt schafft. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt betrifft der Kodex 30 Millionen Touristen im Jahr und erhöht die Chancen, die Schlepper festzunehmen und denjenigen zu helfen, die in die Fallen dieses Handels geraten sind.

Nachdem Bordelle in Hilton-Hotels in Irland und China gefunden wurden, wurden Tausende Protestbriefe an die Hilton-Kette gesendet, und Hilton erkannte die Notwendigkeit an, das Problem der Kinderprostitution anzusprechen. Bis zum heutigen Tage wurden jedoch keine konkreten Schritte unternommen. Durch die Beschämung des Hilton Geschäftsführers Nassetta in seiner eigenen Heimatstadt mit einer Fülle von Zeitungsanzeigen und durch Anrufe bei ihm mit der Aufforderung, den KODEX umzusetzen, könnten wir ihn und seine Angestellten dazu zwingen, weltweit Kinder auf höchst wirkungsvolle Art zu schützen.

Irgendwann in unserem Leben werden viele von uns ein Hotel besuchen. Wer von uns würde sich behaglich fühlen, wenn er sich in einem Raum aufhielte, wo, ganz in der Nähe, minderjährige Mädchen an Männer verkauft werden und gezwungen werden, Sex zu haben? Sextourismus, welcher Frauen und Mädchen ausbeutet, zieht Nutzen aus dem Verhalten von Hotelpersonal, das wegschaut oder ein Bestechungsgeld erhält dafür, daß es beide Augen schließt. Wir benötigen Hotels, die eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Kinderausbeutung in ihren Einrichtungen durchsetzen.

Bis zum heutigen Tage haben 900 Gesellschaften rund um den Erdball den “Kodex” unterzeichnet. Die Hotelbetreiber der Radisson und Country Inn Suites haben den Kodex schon unterzeichnet. Hilton ist unter Druck, ihrem Beispiel Folge zu leisten. Klicken Sie den Link, um Hilton zu drängen, den Kampf gegen Sex-Tourismus zu unterstützen 


Jeden Tag werden Hunderte von Mädchen rund um den Globus in die sexuelle Sklaverei gezwungen. Unser globaler Ruf nach Verantwortlichkeit und Ausbildung in der größten Hotelkette der Welt kann eine gewaltige Lücke in diesen würdelosen Handel reißen.



Rufen Sie Hilton dazu auf die sexuelle Ausbeutung von Kindern in ihren Hotels zu stoppen (auf Englisch):
http://www.change.org/petitions/view/tell_hilton_to_prevent_child_prostitution_in_their_hotels 



Ein Hilton-Hotel in China wurde von der Polizei geschlossen, nachdem im Untergeschoss ein Bordell ausgehoben wurde (auf Englisch):
http://www.telegraph.co.uk/finance/china-business/7844335/Hilton-hotel-closed-by-Chinese-police-over-prostitution-charges.html 



"Der Kodex", der von der internationalen Organisation Ecpat ins Leben gerufen wurde: (auf Englisch) 
http://www.ecpat.net/ei/Programmes_CST.asp?action=set_language&language=en 

Deutsche Webseite von Ecpat:
http://www.ecpat.de/ 

Reisebranche startet Kampagne gegen sexuelle Gewalt
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hFErqj2EkrvtkZ5ne6foDLaNdAoA


Petition hier mitzeichnen (Online): http://www.avaaz.org/de/hilton_sign_now/



An Chris Nassetta, Geschäftsführer der Hilton-Gruppe:
Wir rufen Sie auf den Internationalen Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus umgehend einzuführen und durchzusetzenn. Wir fordern, dass Hiltons Hotelpersonal ausgebildet wird, um die Opfer des Menschenhandels zu erkennen und zu melden, Gäste über Sexhandel aufzuklären und mit Lieferanten und Partnern zu arbeiten, um den Sexhandel mit Kindern zu beenden.

Petition hier mitzeichnen (Online): http://www.avaaz.org/de/hilton_sign_now/



Quelle: Avaaz.org

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Neues Projekt auf "Allesluege.at.vu" gestartet - Aufruf zum mitmachen

Hallo ihr Lieben,

der Winter kommt und es wird kalt! Im Oktober hat es schon an die 5 Grad C und es liegt Schnee bis auf 600 Meter in vielen Regionen Europas. Schnell in die warme Jacke Handschuhe an und Haube auf, damit wir uns nicht erkälten. Weiter geht´s ins vorgeheizte Auto, die Heizung zu Hause läuft natürlich auch, damit wir nicht frieren, wenn wir am Abend heim kommen......

Leider können sich so einen Luxus viele Leute nicht leisten. Manche haben nicht mal ein Dach übern Kopf und kämpfen täglich ums Überleben. ...

Hier klicken und alles über unser neues Projekt:"Schau nicht weg!!!" lesen!

Der Standard und die Bilderberger

Wir haben heute auf unserer Facebook-Page folgenden Bericht vom Standard, einer österreichischen Tageszeitung gepostet. Es wunderte uns sehr, dass eine Zeitung, deren Chefredakteur ein Bilderberger ist, solche Berichte erlaubt.

http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft

Warum das Finanzsystem ein Betrugsmodell ist, was Bilanzen damit zu tun haben und warum der ultimative Crash droht, erklärt der Wiener Wirtschaftwissenschafter Franz Hörmann
Für Franz Hörmann, Professor an der Wirtschaftsuniversität in Wien, ist die Zeit der Banken und des Geldes vorbei. Ein Paradigmenwechsel sowohl in den Wirtschaftswissenschaften, als auch in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht, ist für ihn unumgänglich. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt er, warum wir die Banken getrost ignorieren können, die freien Märkte "Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten" sind und noch in den nächsten drei Jahren der Zusammenbruch des gesamten Systems droht.

derStandard.at: Sie gehen davon aus, dass sich Gesellschaft und Wirtschaft in den kommenden Jahren völlig verändern werden. Hat unser derzeitiges Finanz- und Wirtschaftssystem ausgedient?

Franz Hörmann: Definitiv in jeder Hinsicht. Weil wir aus Sicht der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften Modelle verwenden, die auf die alten Römer zurückgehen. Das Zinseszinssystem stammt aus dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend, die doppelte Buchhaltung aus dem 15. Jahrhundert. Und es gibt keinen Bereich unserer Gesellschaft und der Wissenschaften, wo Methoden dieses Alters überhaupt noch ernst genommen werden. Aber es dient dazu, gesellschaftliche Eliten mächtig und reich zu erhalten, deswegen ändert sich nichts.

derStandard.at: Läutete die Krise nun ein Umdenken ein?

Hörmann: Das denke ich schon. Die heutige Krise geht von den Banken aus. Banken erfinden im Kreditprozess Geld. Wenn man aber Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weiter gibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell. Das ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses. Banken können überhaupt nicht offenlegen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher, Bausparverträge oder Sonstiges herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben, dass das alles in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind. Diese verdeckte Geldmengenausweitung hat mit der doppelten Buchführung begonnen. Weil wenn man mit Geld eine Sache kauft, dann wechselt das Geld in Wahrheit den Besitzer. Der Verkäufer hat das Geld, der Käufer hat die Sache. Ab dem Moment ist die Sache aus wissenschaftlicher Sicht nicht mehr in Geld bewertbar. Trotzdem schreiben wir diese Geldbeträge in Bilanzen rein.

derStandard.at: Den Banken und dem Finanzsystem zu vertrauen ist also ein Fehler?

Hörmann: Das Vertrauen ist ja in den letzten Jahren von den Banken systematisch missbraucht worden. Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird. Solange man mit Eigenkapital als Sicherheit zur Bank geht und die erzeugt aus Luft echtes Geld, das eine Zahlungsmittelfunktion hat, haben wir ein Problem. Eigenkapital ist eben kein Geld, es ist eine Rechengröße. Nach irgendwelchen Regeln wird die Aktivseite bewertet und dann die Schulden abgezogen. Wenn ich ein drei Meter langes Brett habe und ziehe ein zwei Meter langes Brett ab, dann hab ich immer noch kein ein Meter langes Brett, ich habe eine Differenz. Wenn ich ein ein Meter langes Brett haben will, dann muss ich die zwei Meter abschneiden. Ökonomisch heißt das, ich muss die Aktiva liquidieren, damit ich das Geld kriege. Zu Liquidationserlösen sind aber alle Unternehmen weltweit pleite. Auch Staaten können sich daher in Wirklichkeit gar nicht verschulden. Ein Staat, wenn man ihn als Summe des gesamten Geldflusses versteht, wo soll sich der verschulden? Warum gerade bei einer Privatbank? Ein Staat müsste sein Geld eigentlich selbst erzeugen, und zwar basisdemokratisch.

derStandard.at: Was ist dann von einer Rettung wie im Falle Griechenlands zu halten?

Hörmann: Die europäischen Länder haben nicht unbedingt die Griechen gerettet, sondern ihre eigenen, in erster Linie die deutschen Banken, die hier absurde Kredite vergeben haben. Die Zusammenhänge sind auch völlig absurd, wenn man sich Folgendes überlegt: Der Staat verschuldet sich bei den Banken, um die Zinsen der Schulden, die er bei den Banken hat, zu begleichen oder um die Banken zu retten, bei denen er selber Schulden hat. Da versteht ja keiner mehr, wer eigentlich bei wem Schulden hat und was Schulden eigentlich sind.

derStandard.at: Die Systemrelevanz von Banken und das "too big to fail"-Argument und die Bankenrettungspakete sind für Sie also reines Eigeninteresse?

Hörmann: Das "Too big to fail" ist ja ein Geschäftsmodell. Es gibt erwiesenermaßen die gezielte Absicht, Banken durch Übernahmen immer größer zu machen, damit sie "too big to fail" werden. Die Verknüpfungen zwischen Finanzwirtschaft und Politik sind enorm. Eigentlich kann man Regierungen, die aus aktiven oder früheren Mitarbeitern des Finanzsystems bestehen, gar nicht ernst nehmen. Da hat es zumindest eine mutige Aktion gegeben, nämlich das Eigentum der Oesterreichischen Nationalbank zu verstaatlichen und damit die Nationalbank von jenen Banken unabhängig zu machen, die sie prüfen sollte. Aber die Geldpolitik macht nun einmal nicht die OeNB sondern die EZB. Die Bankenrettungspakete sind überhaupt wahnsinnig witzig: Die Banken wurden nicht gerettet, es gibt nur einen Plan für die Zukunft, von dem man heute schon weiß, dass er nicht funktionieren wird, denn die Gelder müssen ja erst in den kommenden "Sparpaketen" mittels Steuererhöhungen von den Bürgerinnen und Bürgern einkassiert werden. Die Banken sind rund um den Globus pleite. Darum kann man getrost so tun, als ob es sie nicht mehr gäbe.

derStandard.at: Aber noch gibt es sie.

Hörmann: Wenn wir uns die Kredite anschauen, können wir sie ignorieren. 1969 hat ein amerikanischer Architekt einen Prozess gewonnen, weil er seinen Hypothekenkredit nicht zurückzahlen wollte. Er hat sich auf den Rechtsgrundsatz berufen, dass in einer Leihe, wo ein Gegenstand erst entsteht, der vorher noch nicht vorhanden war, dieser Gegenstand auch nicht zurückgegeben werden muss. Da also in der Kreditschöpfung das Geld erst erzeugt wird, gibt es keinen Grund, diesen Kredit zurückzuzahlen. In den USA gibt es schon Bürgerrechtsbewegungen, die den Amerikanern empfehlen, sich zusammenzuschließen und Kredite nicht mehr zurückzuzahlen.

derStandard.at: Kommen wir noch einmal auf die Bilanzen zurück. Das Problem fängt Ihrer Ansicht nach schon hier an?

Hörmann: Es mangelt an der Abzählbarkeit der Größen, die in Bilanzen verwendet werden. Jemand, der ein Haus um zwei Millionen statt um eine Million kauft, weil er schlecht verhandelt hat, hätte dann ein um eine Million höheres Eigenkapital? Und wenn er jemanden findet, der es um zehn Millionen kauft, ist das dann ein Marktpreis? Es ist krank. Der Fair Value ist auch ein Betrugsmodell, weil man es mit geschenktem Geld und Strohmännern nachweislich missbrauchen kann. Der Fair Value gehört endlich abgeschafft. Er ist nichts anderes als der sogenannte Gemeine Wert, der Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Deutschen Handelsgesetzbuch eliminiert wurde, weil er auch da schon zu massenhaftem Gründungsbetrug bei Aktiengesellschaften geführt hat. Es ist ein flächendeckender Betrug über Kapitalgesellschaften und Banken in unserem Wirtschaftssystem. Aber das darf die Politik nicht zugeben, weil es zu nahe an jene Formulierungen heranreicht, die früher die Marxisten verwendet haben. Und das wäre ja allzu peinlich. Wobei man natürlich sagen muss, dass der Staatssozialismus und die Planwirtschaft überhaupt nicht funktionieren konnten, weil das ja tatsächlich Terrorregime waren.

derStandard.at: Derzeit werden die Stimmen, dass beispielsweise der Euro verschwinden wird, immer lauter. Brauchen wir Geld überhaupt noch?

Hörmann: Alle Währungen werden verschwinden, weil sie technisch nicht mehr funktionieren können. Ich schätze, dass es schon 2011 so weit sein wird. Wenn wir uns aber in eine neue Gesellschaft ohne Geld retten wollen, brauchen wir als Übergangphase mehrdimensionales Geld. Wir brauchen mehrere unabhängige Rechnungskreise in Form spezialisierter elektronischer Gutscheine. Um die Grundversorgung der Menschen abzudecken, wie Wohnraum, Energie, Lebensmittel usw., könnte man eine Inventur in den einzelnen Ländern aller verfügbarer Ressourcen und des Bedarfs machen. Dann wäre es notwendig, die vorhandenen Ressourcen pro Kopf so zu verteilen, dass für den Basislebensstandard alle versorgt sind. Hier müssen alle kooperieren, ohne dass sie in ein gewinnorientiertes Tauschkonzept verfallen. Die Gemeinschaft muss ohne Wenn und Aber und ohne Gegenleistung Kinder, alte und kranke Menschen erhalten, und alle müssen mit diesem Grundlebensstandard versorgt werden, egal welche oder ob sie überhaupt eine Leistung vollbringen.

derStandard.at: Wir sprechen also von einem bedingungslosen Grundeinkommen?

Hörmann: Genau. Aber nicht in Geld, sondern in Gütern und Dienstleistungen. Im Bereich des Luxus kann die Gesellschaft dann basisdemokratisch entscheiden, für welche individuellen oder Gruppenleistungen Preise ausgeschrieben werden. Für tolle Erfindungen zum Beispiel, oder besonders schwierige oder mühsame Arbeiten. Das ist dann der Ansporn in einem motivierenden, leistungsorientierten Anreizsystem. Es reden ja alle von der Leistungsgesellschaft, aber Zinsen- und Dividendeneinkommen sind keine Leistung, sondern eine Vergütung für Eigentum. Da Geld sowieso eine gesellschaftliche Konstruktion ist, müssen wir uns nicht an der toten Materie orientieren, die in früheren Jahrtausenden die praktische Manifestation von Geld war. Geld selbst besitzt ja lediglich eine Informationsfunktion.

derStandard.at: Noch nehmen wir das Geld aber sehr ernst. Währungskrieg und Währungskrisen geistern durch die Medien.

Hörmann: Der wirkliche Skandal ist, dass unser gesamtes Geldsystem auf Schulden basiert. Das heißt, die Geldschöpfung funktioniert zu 97 Prozent in den Geschäftsbanken. Auch Staaten nehmen so Kredite auf: Die Zentralbanken machen das durch eine Bilanzverlängerung. Über eine Bilanzverlängerung kann man aber kein Geld erzeugen. Die chinesische Staatsbank erfindet auch Geld aus Luft, nur lustigerweise, ohne dass eine Staatsschuld entsteht. Das sollten wir auch machen. Der chinesische Wirtschaftswissenschafter Wu hat bei einem Vortrag an einer amerikanischen Universität gesagt: Er werde oft gefragt, warum es in China so viele Unternehmensgründungen gegeben hat. Die chinesische Staatsbank habe Gründungskredite hergegeben, die waren unverzinst und mussten nicht zurückgezahlt werden. Das kann man natürlich nur als Zentralbank machen, wenn man einseitig bucht und nicht gleichzeitig Schulden erzeugt. Und wenn man dann sagt: Um Gottes Willen, dann gibt's ja Inflation! Das haben die Chinesen über eine Preisregulierung gesteuert und waren damit wieder die Schlaueren. Das will aber bei uns keiner hören, weil das geht gegen das Dogma der freien Märkte, die Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten sind.

derStandard.at: Ist China da wirklich ein Vorbild?

Hörmann: Die Chinesen machen es richtig. Sie picken sich aus den beiden politischen Systemen jeweils die Rosinen raus und sind offenbar so flexibel zu sagen: Das, was in unserem alten System gut funktioniert hat, behalten wir bei. Und das, was im kapitalistischen System gut ausschaut, das übernehmen wir. Es ist eine Mischform, die sich noch dazu laufend weiter entwickelt, also einer Evolution unterliegt. Aus Sicht der Elite in China ist es einfach, solange sie es so steuern kann. Ob es für die gesamte Bevölkerung, insbesondere für die Landarbeiter so einfach ist, ist eine andere Frage.

derStandard.at: Wo sehen Sie unser Wirtschaftssystem nun in Zukunft?

Hörmann: Solange Eigentümer etwas produzieren, damit Konsumenten es gegen Geld kaufen, werden wir in absehbarer Zeit in einen Zustand geraten, wo die öffentliche Hand, die Gelderzeuger, die Konsumenten dafür bezahlen müssen, dass sie einkaufen gehen. Nur dann werden die Eigentümer noch ihre Gewinne erzielen können. Denn durch Arbeit in immer stärker rationalisierten und automatisierten Prozessen wird kein Mensch mehr sein Einkommen verdienen können. Wir wissen, dass zehn Prozent der berufstätigen Bevölkerung von ihren Arbeitseinkommen nicht mehr leben können. In Wirklichkeit müssten wir darüber in Freude ausbrechen. Zu Beginn der Industrialisierung war die betriebswirtschaftliche Maßgröße eingesparte Arbeitsstunden. Und genau das ist die einzig sinnvolle ökonomische Größe.

derStandard.at: Sie wünschen sich also eine neue Weltordnung?

Hörmann: Globalisierung richtig verstanden, bedeutet, dass es keine Standortpolitik mehr gibt. Es gibt nur einen Standort, und das ist der Planet Erde. Und es gibt auch nur eine Nation, das ist die Menschheit. Diese ist natürlich vielfältig, und muss liebevoll und empathisch miteinander kommunizieren. Wir müssen auch die Vertreter der sogenannten Elite, dort abholen, wo sie heute stehen. Wir dürfen keine Sündenböcke suchen. Denn wir müssen ihre Verlustängste berücksichtigen und sagen: Ihr werdet zwar etwas verlieren, aber das sind nur Zahlen auf Papier oder Displays. Und wenn ihr mitarbeitet, dann können wir jede Form von Lebensstandard schaffen und zwar für eine breite Bevölkerung. Das schafft dann auch Sicherheit, weil es keinen Neid mehr geben wird.

derStandard.at: In welchem Zeithorizont denken Sie an diese neue Gesellschaftsordnung?

Hörmann: Drei Jahre. Die Frage ist nämlich, schafft es die Menschheit, in drei Jahren dieses Konzept umzusetzen oder wird sie gar nicht mehr bestehen. Wir haben nämlich massenhaft ökologische und soziale Probleme, in vielen Ländern stehen wir kurz vor der Revolution.

derStandard.at: Sie reden also vom ultimativen Crash?

Hörmann: Richtig. Wie die Gesellschaft in Zukunft leben wird oder will, kann nur die Gesellschaft selbst entscheiden und zwar nach dem Mehrheitsprinzip. Das geschieht demokratisch in der Vernetzung. Hierarchische Strukturen können aus informationstheoretischer Sicht nie funktionieren, weil die Personen an der Spitze der Pyramide das Wissen nicht haben. Sie werden von den Schichten darunter permanent belogen. Wie man sich als einfacher Bürger gegen Überwachung oder Schikanen wehren kann, ist bekannt: Man lügt die Mächtigen einfach an. Daher brechen sämtliche hierarchische Systeme, ob das Regierungen, Staaten, Schulsysteme oder Unternehmen sind, momentan zusammen und die Menschheit vernetzt sich über das Internet auf einer Ebene neu, über das "global brain". Hier entstehen dann völlig neue Spielregeln nach dem Prinzip der Emergenz. (Daniela Rom, derStandard.at, 13.10.2010)

FRANZ HÖRMANN ist Professor am Institut für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen der Wirtschaftsuniversität Wien.


Aus Wikipedia zu Oskar Bronner:
Der Standard-Verleger und -Herausgeber [Bearbeiten]
1986 kehrte er nach Wien zurück und gründete 1988 mit (heute nicht mehr bestehender) finanzieller Beteiligung der Axel Springer AG die auf lachsrosa Papier gedruckte Tageszeitung Der Standard, deren Verleger und Herausgeber er ist. Seine Intention bei der Gründung einer neuen Tageszeitung im an sich gesättigten Zeitungsmarkt Österreichs war, eine Qualitätszeitung wie die New York Times, die Süddeutsche Zeitung – sie war zuletzt am Standard beteiligt und wurde von Bronner 2008 ausgekauft – oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung einzuführen.
Bis zur Erreichung dieses hochgesteckten, langfristigen Ziels genügt Oscar Bronner jedoch auch ein am lokalen Wettbewerb orientierter Anspruch: „Ich will, dass der Leser, die Leserin für die Entscheidungen, die er oder sie trifft, über qualifiziertere Information verfügt, als es ohne meine Tätigkeit der Fall wäre. Mehr Anspruch habe ich nicht.“[2]
Oscar Bronner ist regelmäßiger Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz.
Im Dezember 2008 lehnte er die Annahme einer vom Branchenmagazin Der österreichische Journalist vergebenen Auszeichnung für sein Lebenswerk ab, da dieselbe Auszeichnung auch an den Krone-Kolumnisten Michael Jeannée vergeben wurde. „Da dieser Herr eine Form des Journalismus betreibt, die meinem Lebenswerk diametral entgegensteht, kann es sich bei meiner Kür wohl nur um einen Irrtum handeln“, so seine Begründung.[3]
Oscar Bronner ist seit 1988 mit der Psychotherapeutin und Fachärztin für Neurologie, Andrea Bronner, verheiratet und hat drei Kinder. Sein ältester Sohn, der aus einer früheren Beziehung stammt, ist Alexander Mitteräcker, der als einer der drei Vorstände in der Bronner Online AG beschäftigt ist. Tochter Laura absolvierte ein Praktikum beim Profil und studiert in Oxford Politikwissenschaft.[4]

Stellungnahme vom derStandard zur Bilderberg Berichterstattung:

Warum wird nie über Bilderberg berichtet?

Was hat es mit den geheimen Konferenzen der Wirtschafts- und Politelite auf sich? derStandard.at hat nachgefragt
UserIn Artischoke fragt: Warum wird in der westlichen Presse nie über die alljährlichen Bilderberg-Konferenzen berichtet?

LiebeR Artischoke,

ganz stimmt es ja nicht, dass die "westliche Presse" nicht über die Bilderberger berichtet. derStandard.at hat sich jedenfalls bei Kees van der Pijl, Professor für Internationale Beziehungen an der University of Sussex im englischen Brighton, erkundigt. Der gebürtige Niederländer beschäftigt sich seit den frühen Achtzigerjahren mit den Konferenzen der Bilderberger, die nach einem Hotel in Holland benannt sind, in dem das erste Treffen stattfand.

Van der Pijl: Es ist nicht im Interesse der Teilnehmer, die Überlegungen, die dort angestellt werden, an die Öffentlichkeit zu bringen. Bilderberg ist in den Fünfzigerjahren entstanden, um schwerwiegende Meinungsverschiedenheiten zwischen den Amerikanern und den Europäern zu überbrücken. Es ging zum Beispiel um die US-amerikanische Kommunistenjagd unter McCarthy und den Willen der Europäer auf der anderen Seite, die Möglichkeiten unter Chruschtschow zu nutzen, um mit Osteuropa Handel zu betreiben. Um in aller Offenheit darüber reden zu können, hat man die Türen verschlossen gehalten. Zur gleichen Zeit war Bilderberg aber auch immer eine Schattenorganisation und eine Art strategischer Thinktank für die NATO. Und wenn man in diesem spezifischem Kontext offen reden will, kann es nicht öffentlich sein. So hat sich diese Tradition im Laufe der Jahre gefestigt.

derStandard.at: In einschlägigen Internet-Foren wird die Bilderberg-Konferenz gerne mit Begriffen wie „Weltverschwörung" in Verbindung gebracht. Warum?

Van der Pijl: Wenn man ein Ei backen will, muss man sich auch dagegen verschwören, etwa zusammen mit einer Pfanne (lacht). In diesem Sinne ist Bilderberg eine Verschwörung, weil wichtige Leute mit der Absicht zusammen kommen, etwas zu planen. Eine Verschwörungstheorie will immer sagen, dass die Verschwörer alle Aspekte einer Situation weitgehend unter Kontrolle haben. Die Bilderberger haben hingegen nichts unter Kontrolle, sie haben nur Zugang zu anderen Netzwerken und Regierungen. Was dort gesagt wird, hat eine überdurchschnittliche Reichweite. Es gibt so viele Verschwörungen auf der Welt, dass es mir nicht interessant scheint, über eine einzelne nachzudenken. Aber der Begriff "Verschwörungstheorie" wird auch dazu verwendet, Dinge zu bagatellisieren. Klar ist: wenn sich Leute von politischem und gesellschaftlichem Gewicht treffen, geht es um wichtige Dinge, auch wenn auf den Bilderberg-Konferenzen genauso viel Geschwätz ausgetauscht wird wie überall sonst.

derStandard.at: Lassen sich konkrete Ergebnisse der Konferenzen festmachen?

Van der Pijl: Es gibt immer wieder Dinge, von denen man nachher behaupten kann, dass Bilderberg ein Teil zu einer Konsensbildung beigetragen hat. Es werden aber niemals formelle Schlüsse aus einer Konferenz gezogen. Mir wurden Dokumente von der Bilderberg-Konferenz im Mai 1989 zugespielt, wo über die deutsche Bereitschaft geredet wurde, mit Gorbatschow zusammenzuarbeiten. Das war ein halbes Jahr vor dem Fall der Berliner Mauer. In der Bilderberg-Konferenz wird Stimmung gemacht, die mit der Stimmung in Geheimdiensten zusammenhängt. Ob bestimmte Ereignisse tatsächlich die Konsequenz einer Bilderberg-Konferenz sind, kann ich aber auch nicht seriös behaupten.

derStandard.at: Wer wird überhaupt eingeladen - und wer lädt ein?

Van der Pijl: Es gibt ein Sekretariat in Den Haag, es befindet sich im Privatbüro von Ernst van der Beugel, einem Bankier und engen Freund von (dem 2004 verstorbenen niederländischen Prinzen, Anm.) Bernhard, der wiederum bis zu seinem Korruptionsskandal mit Lockheed Symbolfigur der Bilderberg-Konferenz war. Die Einladungspolitik ist eher informell, inwieweit das von Den Haag aus gesteuert wird, weiß ich nicht. Es wird versucht, mehrere Glieder eine Entscheidungskette einzubinden. Das heißt, es sind immer Geschäftsleute, Militärkommandanten, Politiker und Verleger dabei.

derStandard.at: Antisemitische Untertöne sind den Verschwörungstheoretikern nicht fremd. Was haben die Bilderberger mit Juden zu tun?

Van der Pijl: Gar nichts. Gerade weil ich mich so lange mit den Bilderbergern beschäftige, bin ich mir des Umstands bewusst, dass ich mich in der Gesellschaft von Leuten befinde, die die Macht über ihr Bewusstsein verloren haben. Man kommt da sehr schnell in die Gesellschaft von echten Verschwörungstheoretikern, das ist nicht so angenehm. In den USA ist das eine wirklich große Industrie. Diese Kreise verbindet eine Mischung aus antisemitischen, anti-englischen und anti-Establishment-Gefühlen. Deshalb will ich oft gar nicht über Bilderberg oder andere Netzwerke sprechen, weil man sehr schnell als einer dieser Idioten angesehen wird, die hinter allem eine große, mächtige Hand sehen. Dennoch muss man diese Gruppen untersuchen, weil sie ein flexibles und in sich geschlossenes Zwischenglied der Meinungsbildung amerikanischer und europäischer Eliten darstellen. (red/derStandard.at, 17.4.2009)


Quellen: http://derstandard.at/
http://www.wikipedia.org

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Gentech-Lebensmittel: Wir fordern Fakten


Zum ersten Mal seit 12 Jahren hat die Europäische Kommission den Anbau von Gentech-Pflanzen zugelassen! Doch schon 940.000 von uns haben gegen diese Entscheidung unterzeichnet.

Indem sie der Gentechnik-Lobby nachgegeben hat, ignoriert die Kommission die Meinung von 60% der Europäer, die zuerst sichergehen möchten, dass der Anbau genmanipulierter Nahrungsmittel keine Bedrohung für unsere Gesundheit und die Umwelt darstellt.

Durch eine neue Initiative der EU ist es möglich geworden, dass offizielle Eingaben direkt an die Europäische Kommission gerichtet werden können, wenn sich eine Million EU-Bürger beteiligen.

Lasst uns 1 Million Unterschriften sammeln, damit die Einführung genmanipulierter Nahrungsmittel so lange gestoppt wird, bis aussagekräftige Forschungsergebnisse vorliegen; sie werden dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Barroso, übergeben. Bitte unterzeichnen Sie die Petition und informieren Sie Ihre Freunde und Familien :

https://secure.avaaz.org/de/eu_gmo/?vl

"An den Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso:
Wir fordern Sie auf, ein Moratorium für die Einführung von genmanipulierten Nutzpflanzen in Europa zu erlassen, eine ethisch und wissenschaftlich unabhängige Forschungskommission ins Leben zu rufen, die die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln untersucht, sowie strenge Auflagen zu erlassen."


Hier gehts zur Online-Petition: https://secure.avaaz.org/de/eu_gmo/?vl

Quelle: AVAAZ.ORG
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Aktion: "Wir packen´s an!" (Zeitgleich in 187 Ländern!!!) Gemeinsam für den Klimaschutz!


Wir wollen euch auf folgende Veranstaltung aufmerksam machen. Ein globales Event von dieser Größe gibt uns die Möglichkeit mit den Menschen dort zu sprechen. Sie zu informieren was denn eigentlich Klima ist. Wie dieses Thema von Lobbyisten mißbraucht wird um Ängste zu schüren.
Es werden Menschen aus den verschiedensten Sparten teilnehmen, wie z.B.: Wissenschaft, Medizin, Politik, ... Wir haben also eine riesige Chance der Party die richtige Würze zu geben. Und wer weiß, vielleicht wird die Geschichte vom hundertsten Affen war.



Am kommenden Sonntag werden Menschen aus 187 Ländern auf mehr als 6300 Aktionen einen gefährlichen Mythos als falsch entlarven: dass die weltumspannende Klimabewegung einfach verschwunden sei.

Wir werden den Staats- und Regierungschefs und den Medien zeigen, dass wir größer, vielfältiger und kreativer als zuvor sind -- und dass wir nicht aufgeben werden, bis unser Planet mit all seinen Bewohnern sicher ist.

Am Samstag den 10. Oktober -- der 10.10.10, ein einprägsames Datum -- werden wir uns rund um den Globus in "Wir-packen’s-an-Aktionen" zusammenschließen um unsere Entschlossenheit zu demonstrieren und unseren Regierungen zuzurufen:"Wir machen uns an die Arbeit ... was ist mit euch?"

Je mehr von uns mitmachen, desto deutlicher wird unsere Botschaft der Entschlossenheit zur Bekämpfung des Klimawandels. Diese Aktionen werden nicht nur wichtig sein; sondern auch Spaß machen. Unter dem Link finden Sie ein Event in Ihrer Nähe oder können selbst eine Aktion planen und eintragen -- es ist Zeit, die Ärmel hoch zu krempeln und anzupacken:
http://www.350.org

Der Termin ist entscheidend: in den kommenden Wochen werden viele Staaten wichtige Entscheidungen treffen, ob ein globales Klimaschutzabkommen zustandekommt oder nicht. Das ganze Jahr war geprägt vom Gipfel in Kopenhagen, auf dem unsere Regierungen es nicht geschafft haben, ein verbindliches Abkommen zu verabschieden -- oder zumindest eines zu entwickeln. Wenn die Politiker jetzt den Eindruck haben, dass die Öffentlichkeit sich vom Klimaschutz abwendet, werden sie dem Einfluss der fossilen Brennstoff-Lobby verfallen -- und einfach alle Bemühungen für ein echtes Abkommen aufgeben.

http://www.350.org/


P.S Die "Wir-packen’s-an-Parties" werden von einem breiten Bündnis vieler Organisationen und Privatpersonen organisiert, mit der Unterstützung unserer Freunde von 350.org -- die das Internet benutzen, um ganz einfach eine Aktion zu suchen oder eine neue zu registrieren. Registrieren Sie einen Event mit Hilfe des Tools und 350.org wird Ihnen vor dem Aktionstag einige nützliche Informationen senden.

Hier ein sehr guter Film zum Thema:


Hier geht´s zum wissenschaftlichen Bericht mit Statistiken von Joseph D´Alero.

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Schwedische Staatsanwaltschaft hebt Haftbefehl gegen Julian Assange (Wikileaks-Sprecher) auf

Die schwedische Staatsanwaltschaft hat den Haftbefehl gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange aufgehoben. Wie sein neuer Anwalt Björn Hurtig am Samstag mitteilte, würden die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Vergewaltigung gegen Assange weiterlaufen. Dem 39-jährigen Australier stehe es nun jedoch frei, das Land Schweden zu verlassen. Assange erklärte zuvor, er wolle in Schweden bleiben, um seine Unschuld zu beweisen. Er vermutete eine Schmier-Kampagne hinter den Vergewaltigungsvorwürfen, die den Ruf der Enthüllungs-Webseite Wikileaks beschädigen sollen. Kurz vor der Aufhebung des Haftbefehls wurde eines der beiden mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer von der schwedischen Polizei am Freitag befragt. Das zweite mutmaßliche Opfer soll am Montag eine erneute Aussage zu den Beschuldigungen machen.

Quelle:

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Die Rentenbetrüger


Die Sozialsysteme ächzen schon heute unter den enormen Belastungen. Das gilt vor allem für das Rentensystem.

Das Problem ist klar: Immer weniger junge Menschen müssen für immer mehr alte Menschen aufkommen. Wenn dann noch üble Betrügereien mit hinzukommen, dann kann ein solches System nicht mehr funktionieren.

In diesen Tagen ist nun eine besonders pietätlose Variante des Betrugs aufgekommen: so haben in Griechenland viele Verwandte noch Renten für Angehörige kassiert, die schon längst tot waren.

Bislang gab es in Athen keine zentrale Datenbank der Rentenempfänger und so fiel der Betrug nicht wirklich auf. Aber eine erste Überprüfung hat schon Erstaunliches zu Tage gefördert: so gibt es in Griechenland 8.500 Rentenempfänger, die über 100 Jahre alt sind. Das ist schon eine erstaunliche Zahl, denn in Deutschland leben rund 10.000 Menschen über 100 Jahre - da sind aber auch rund 7,5-mal so viele Einwohner wie Griechenland.

Insgesamt soll es sogar mehr als 500 Rentner geben im Alter von 110 Jahren und mehr geben. Hier hat eine erste Überprüfung ergeben, dass 321 davon schon längst tot sind. Nun gibt es solche Formen von Sozialbetrug nicht nur in Griechenland. Auch in Japan wurde erst vor einigen Wochen ein riesiger Rentenbetrug mit Verstorbenen aufgedeckt.

Nun bleibt aber die Frage, was mit den zu Unrecht kassierten Renten passiert. Eigentlich kann das Problem nur so gelöst werden, dass die Renten komplett zurückgezahlt werden. Doch das können sicherlich viele Familien gar nicht leisten. Immerhin leiden viele Griechen unter den massiven Sparmaßnahmen der Regierung. Aber dass es hier schon um hohe Summen geht, zeigt ein Beispiel aus Japan. Dort kassierte die Familie eines vermeintlich 110-Jährigen rund 32 Jahre lang zu Unrecht die Rente weiter. Erst als die Stadtverwaltung dem "Jubilar" zu seinem 110. Geburtstag gratulieren wollte, fiel der Schwindel auf.

Solche Kosten sind zwar nur eine Randnotiz und haben sicherlich auch nicht dazu beigetragen, dass es Griechenland derzeit so schlecht geht. Aber um die Krise schnell hinter sich zu bringen sind solche zusätzlichen Kosten auch nicht förderlich.


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100 Millionen Facebook-Profile zum Download

Manche verkaufen Datensätze mit persönlichen Bankdaten im Ausland an die hiesigen Finanzbehörden. Ein Hacker macht es mit Facebook-Profilen kostenlos. Brisant ist die Quantität - sie überschreitet die Einwohnerzahl Deutschlands.

2,8 Gigabyte umfasst eine Datei, die Ron Bowes von Skull Security ins Internet gestellt hat und die jetzt über Torrent-Tauschbörsen für jedermann verfügbar ist. Darin findet man die Daten von circa 100 Millionen Facebook-Nutzern inklusive der Internetadresse, Namen und Benutzernamen.

Das Interesse ist groß: Heute Vormittag gab es auf der Tauschbörsenseite The Pirate Bay über 6500 Downloader und das Blog von Bowes war lange Zeit wegen Überlastung nicht erreichbar.

Der Blogger erklärte, er habe bei Facebook ein "beängstigendes Datenschutz-Problem" gefunden, auf das er aufmerksam machen wollte. Für das Datensammeln nutzte er einen selbst programmierten Crawler.

Ein grundlegendes Problem bei Facebook ist, dass man seine Daten vor fremden Blicken aktiv schützen muss. Dafür muss man aufwändig alle Einstellungen durchforsten und entsprechende Felder deaktivieren. Die Standardeinstellungen sehen stattdessen eine hohe Offenheit vor. Datenschützer haben Facebook wiederholt darauf hingewiesen, eine automatisierte Erhebung von Daten zu verhindern. Ein weiterer Knackpunkt ist die soziale Vernetzung aller Facebook-Mitglieder untereinander. Das bedeutet, selbst wenn man seine Profildaten auf ein Minimum reduziert, kann man über Freunde-Listen indirekt auf eigene Daten schließen.

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Versandprobleme bei Zeitgeist DVD´s!!!

Liebe Leser,

leider haben wir gröbere Versandprobleme mit unseren Partner. Alle bestellten DVD´s kamen heute in unser Postfach retour.
Wir wollen uns hiermit bei allen Lesern entschuldigen, die in den letzten 2 Wochen DVD´s bestellt haben. Wir werden diese natürlich sofort wieder versenden, mit einer kleinen Beilage als Entschuldigung.
Wir bedauern dieses Missgeschick zutiefst und hoffen auf das Verständnis unserer Leser.

Mit den besten Grüßen
Chris Jacobs

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Berlusconi plant Atomkraftwerke direkt an Italiens Urlaubsstränden

Geht es nach dem italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi wird an den italienischen Stränden bald nicht mehr nur die Sonne strahlen. Denn er plant den Wiedereinstieg in die Atomkraft. Einer der möglichen Standorte dafür befindet sich nur 30 Kilometer von Venedig entfernt bei der Stadt Chioggia und damit in unmittelbarer Nähe der beliebten Urlaubsstrände an der oberen Adria.

Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl haben sich die ItalienerInnen bei einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit für den Ausstieg aus Atomkraft ausgesprochen. Silvio Berlusconi ignoriert nun diese Entscheidung und setzt bereits die ersten Schritte für neue Atomkraftwerke an der Adria.

Greenpeace-AktivistInnen aus Italien und Österreich protestierten daher heute Früh am Lido von Venedig gegen die Atompläne der italienischen Regierung. Sie übergaben dem Gouverneur von Venetien, Luca Zaia, eine Petition, in der sie ihn dazu aufrufen, die Region zu einer "Atomkraftfreien Zone" zu machen.

Atomenergie ist teuer und hoch riskant. Wir setzen uns daher mit aller Kraft dafür ein, Berlusconis Atompläne zu durchkreuzen.

(Quelle: Greenpeace)Creative Commons Lizenzvertrag
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